Altes vom Old Man

Der Meister öffnet seinen Giftschrank und beschert uns Raritäten:

Neil Young & Crazy Horse — Live At The Fillmore East

Auch als erweiterte Variante mit Video erhältlich.

Zum Glück ist bald Weihnachten. Weiter so …

BTW: Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für mich braucht, kann weiter unten einen Link zum Medien-Dealer finden (Hint: rechts, klein, blau, unter Misc) :-)

NPD-Killerspiele

Ich habe so ein komisches Gefühl:

Kann es sein, dass das Verbot von Killerspielen mit dem Verbot der NPD irgend etwas gemeinsam hat? Mit fallen da so Phrasen ein, wie:

„… an Symptomen rumdoktern …“

„… Unterschied zwischen Grund und Anlass …“

„… Worthülsen …“

„… die Sau und das Dorf …“

„… blinder Aktionismus …“

Aber ich komme schon noch drauf!

„Ich halte das für das beste, was passieren konnte“

ICH NICHT!

Da kauft man sich also mit wenig Geld vom für alle geltenden Recht frei. Aha. So läuft das also. Am erschütternsten finde ich die Zitate am Ende des Artikels. Das Gericht entscheidet also nachdem, was für die Deutsche Bank das beste ist.

Eigentlich werden Strafen ja nach Tagessätzen gerechnet. Man rechnet das Monatsnettoeinkommen geteilt durch 30. Nun setzen wir mal das Monatsgehalt von Hernn Ack. auf 30 Mio. EUR pro Jahr an. Das wären also im Monat 3 Mio. EUR. Gut. Sagen wir, weil der Herr Ack. so ein netter und wichtiger Mann ist, er hat nur 1 Mio. pro Monat.

Sechs Angeklagte zahlen also 6 Mio. EUR. Das sind pro Mann EIN TAGESSATZ!

Oje.

„Ja!“, werden jetzt einige Neoliberalisten schreien, „Aber das sollte doch gar keine Strafe sein, die nach Tagessätzen berechnet werden kann!“.

„Ja!“, schreie ich da. „Das ist ja noch viel schlimmer!“

Zum Glück stellt mir mein Sohn zum Frühstück immer nur Fragen nach dem Mond, der Sonne, dem Mt. Everest, den Stachelschweinen und der Zahnpaste (die Streifen — you know …). Ich weiß nicht, was ich ihm antworten sollte, sollte er mich nach Hernn Ack. und dem deutschen Rechtsstaat fragen.

Update: SpOn: Mannesmann-Verfahren gegen Millionen-Auflagen eingestellt

Falsche Denke

Der Spiegel bringt hier etwas durcheinander:

Der neue ARD-Deutschlandtrend hat ein überraschendes Ergebnis zu Tage gefördert. Um die Demokratie in Deutschland ist es derzeit schlecht bestellt. Erstmals ist eine knappe Mehrheit nicht mehr zufrieden mit dem politischen System der Bundesrepublik.

Wenn die Menschen mit dem System in Deutschland unzufrieden sind und das System in Deutschland eine echte Demokratie wäre, ja dann wären die Deutschen mit der Demokratie unzufrieden (Drittengleichheit). Da in Deutschland aber keine Demokratie im wahren Sinne des Wortes anzutreffen ist, kann man auch nicht davon sprechen, dass die Leute hier keine Demokratie mehr gutheißen.

Wenn eine Demokratie die Macht des Volkes bedeuten soll, so haben wir eher eine Herrschaft der Wirtschaft und der Bürokraten.

Ergo: Hätten wir eine Demokratie, dann wären die Leute auch nicht so unzufrieden mit ihren Entscheidungen.

Rückblick

**Früher: Debian/Windows — Heute: Ubuntu/selten Windows*
Für Debian braucht man Zeit. Zeit zum Konfigurieren, zum Probieren, zum Lesen, zum Fluchen. Mit Ubuntu hat man diese Probleme fast nicht mehr. Außer man hat einen Update-Horror. Windows verwende ich weniger, als vor Jahren. Das liegt einerseits daran, dass die Anwendungen, die es heute für Linux gibt wesentlich besser sind. Dazu hat sich auch noch die Hauptaufgabe meines Rechners geändert. Hatte ich mit Windows noch viel Bildbearbeitung, Satz und Layout gemacht (Photoshop, QuarkXPress, InDesign, Corel), so besteht meine Hauptbeschäftigung heute im Schreiben. Dazu ist Openoffice.org sehr gut geeignet. Für die wenigen Situationen, wo ich wirklich die Windows-Anwendungen brauche, gibt es grub.

**Früher: Windowmaker — Heute: KDE*
Windowmaker war toll. Genau das, was ich brauchte. Durch viele Dockapps (kleine Programme, die einem den Status von $schnick zeigten) hatte man alles im Blick. Die virtuellen Arbeitsoberflächen konnten leicht mit Tastenkombinationen gewechselt werden. Auf der ersten war ein xterm mit screen, auf der ZWEI war der Browser, auf der DREI war vim mit HTML und auf der VIER der Rest. Heute unterstützt KDE die Faulheit bei Administration und den Luxus bei der Bedienung, den man sich mit einem leidlich schnellen Rechner leisten sollte.

**Früher: xterm mit screen — Heute: $grafischer_blah*
Die Hauptarbeit machte ich damals im xterm mit screen. Auch die Dateioperationen. Ich war schnell damit. Ich war im Training. Manual-Pages lesen war mein täglich Brot. Ich kannte dutzende Parameter, Schalter und Konfigurationsoptionen. Ich liebte Konsolen-Programme. mutt, slrn, mp3c (MP3-Player), mc (nc-Clone) oder irssi (IRC) waren meine täglichen Begleiter. Heute benutze ich die Konsole nur noch, um mit find oder grep Sachen zu finden, die ich mit grafischen Programmen nicht finden würde.

**Früher: mutt — Heute: Google Mail*
Die Konfiguration eines gepflegten mutts war eine Passion. Er lief super. Ich hatte alles im Griff. Das Schreiben von Mails war eine Freude. Heute sind die Mailinglisten abbestellt und die Newsletter selten. Die Konfiguration von postfix und fetchmail und procmail ist mir mittlerweile auch zu zeitraubend. Außerdem lese ich an vielen Orten meine Mail. Leider. Gerade im Zusammenhang mit vim war das eine super Kombination.

**Früher: News mit slrn — Heute: Nicht mehr …*
Das Lesen von Newsgruppen verschlang eine Menge Zeit. Ich habe dadurch unendlich viel gelernt und mir wurden die einfachsten Probleme gelöst :-) Ich hatte damals auch eine kleine Sammlung von witzigen und wichtigen Beiträgen, die bei anderen sehr begehrt war. Heute finde ich die Streitereien im Usenet nicht mehr so aufregend und die Grabenkämpfe um die Länge der Signatur nur noch lächerlich. Leider.

**Früher: Linux zum Lernen und Experimentieren — Heute: Arbeiten*
Ja, das Linux von damals war eigentlich nur dazu da, um mich mit Sachen zu beschäftigen, die mich interessiert haben. Betriebssystem, Apache, SMTP, TCP/IP, NNTP, IMAP, Perl, PHP, XSS usw. Alles das konnte man am besten unter Linux lernen und vor allem testen. Ich hatte damals ein kleines Netz und konnte alles (fast) real darstellen. Heute dient der Rechner nur nich als Werkzeug zum Schreiben und als Surf-Terminal. Für die anderen Sachen habe ich keine Zeit und keine Lust übrig.

Fazit: Noch vor einigen Jahren war mein Unterschied zwischen Windows und Linux sehr groß. Es waren Welten, die dazwischen lagen. Heute sieht mein Linux/KDE fast wie ein Windows aus. Das Aussehen ist aber nicht alles. Für mich ist Windows immer noch kein Alternative für Linux. Zu viele Sachen kann man nur unter Linux realisieren. Zu spannend sind immer noch die Entwicklungen. Und: Die besten Programme, die ich brauche, sind nur unter Linux sinnvoll einzusetzen.

Mal sehen, wie das in weiteren 5 Jahren aussieht …

* 5 Jahre, circa …