Die Einheit ist vollbracht

Heute war ich mit meiner Frau bei IKEA. Der Parkplatz voll, das Gedränge groß.

„Was ist denn hier los? Wieso sind die nicht arbeiten? Feiertag war doch (in Sachsen — Anm. d. Red.) gestern …“

Als ich dann die Kennzeichen der Autos sah, war mir alles klar: HO, WUN, BT. Die Bayern haben heute einen Feiertag und sind in die ehemalige Sowjetische Besatzngszone gefahren. Zum Shoppen! Cool. Die Einheit ist vollbracht.

So wie wir einst im Mai im Herbst 1998 1989, fahren die jetzt zu uns.

Nur 100 DM gibts leider nicht.

„Herzlich Willkommen, Brüder!“ — Das Chemnitz-Center, draußen in Röhrsdorf, ist genau so — ähhh — vielversprechend, wie das Neefe-Center in dem der IKEA ist. Center haben wir hier nämlich viele.“ — „Die Innenstadt?“ — „Ja, die wird auch wieder!“ — „Jetzt, wo Kaufhof da ist!“ — „Ja, hier gibts ein Kaufhof.“ — „Hmmmm, wir habens gut.“ — „Aufschwung Ost halt.“ — „Ja, bei uns sagt man ‚Auf Wiedersehen‘ …“

„SPD-Kriese“

Ich sehe das Problem nich. Eine Kandidatin hat sich aufstellen lassen. Sie ist mit einer Mehrheit gewählt worden. Franz M. — seine Qualitäten mal außen vor gelassen — ist beleidigt, weil sein Favorit nicht gewählt wurde und zieht sich mimosenhaft zurück. Die Kandidatin mit den meisten Stimmen bekommt den Posten. Warum ist das eine Kriese?

Dass die große Koalition nicht lange halten wird, ist klar. Dass die SPD in den letzten Jahren ihren Weg in die Mitte — und darüber hinaus — mit vielen Stimmen bezahlen musste auch.

Aber die in den Medien beschriebene „Kriese“ ist dann wohl die Rache für die bösen Worte Schröders nach der Wahl :-)

Aber das alles ist ja „Politik“. Und das im eigentlichen Sinne des Wortes. Zeit für einen Populisten?