Pseudo-Printmedien

Ich kann die alt eingesessenen Printmedien und ihre Online-Ableger einfach nicht mehr ernst nehmen. Bei dem Beispiel, was ich gleich beschreiben werde, sieht man genau, wie die meisten von denen ticken. Die haben einfach noch nicht verstanden, wo es lang geht.

Dabei nehme ich Zeitungen, wie der „Donauwörther Zeitung“ das Ganze gar nicht übel. Die machen einfach nur das, was die Leute, die die Zeitung lesen wollen, lesen wollen. Super. Funktioniert auch. Aber die Zielgruppe wird immer kleiner. Klar, Lokalnachrichten sind immer noch das beste Argument für eine regionale Tageszeitung. Überregionales, die großen Zusammenhänge, eigene Meinungen: Das will man in so einer Zeitung nicht lesen.

Nehmen wir die Großen: Sie klagen vor allen anderen über den Schwund an Abonnenten. Das böse Internet ist Schuld. Und außerdem ist Internet pfui. Keine Qualität. Keine ordentliche Recherche. Wessen Geistes Kind solche Leute aber sind, sieht man meist an Kleinigkeiten. Heute zum Beispiel:

Spiegel Online macht wieder mal eine Klickstrecke. Warum ich mir die angesehen habe? Forschungszwecke :-). Darin ein Comic, das die wenigsten, die SpOn lesen, verstehen. Ich glaube auch bezweifeln zu dürfen, dass der Autor der Klickstrecke weiß, wass sudo ist. Egal.

Jedenfalls wird ein Screenshot der xkcd Websteite gezeigt. Dort gibt es „Hacker“-Comics. Die sind richtig gut, auch wenn mir ab und an das Wissen fehlt, um zu lachen.

Ich schweife schon wieder ab: Unter jedem Comic auf jener Seite ist die URL (der Perma-Link) zu diesem Comic zu sehen:

xkcd11

Das ist gut und beabsichtigt so. Da kann dann jeder mal hingehen und noch weitere lustige Sachen sehen.

SpOn will aber nicht, dass die Leute andere Seiten, als die eigenen sehen und macht die URL unkenntlich:

xkcd22

Alles klar? Ich hätte den Praktikanten, der die „Bilder“ da zusammengetragen hat gern gefragt, warum er das gemacht hat. Und ich wäre gespannt, was der sich hätte einfallen lassen.

BTW: Klasse auch, dass man einen Screenshot des Comics genommen hat. Das eigentliche Comic hätte man wohl nicht nehmen dürfen, da es unter CC Attribution-Noncommercial 2.5 Generic steht und SpOn eindeutig non-Noncommercial ist. Ob allerdings der Attribution Genüge getan ist, wage ich mal zu bezweifeln.

2 Gedanken zu „Pseudo-Printmedien“

  1. Danke für diesen Artikel.

    Da muss man sich schon fragen was der Wert einer Lizenz ist. Einfach nur traurig!

    Schade, dass die keine Kommentarfunktion auf ihrer Website haben …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.