Wahrheiten

Woran merke ich, dass ich älter werde? Rückenschmerzen? Potenzverlust? Haarausfall? Nein, nichts von dem :-)

Ich merke es, indem Sprüche, die andere als Wahrheiten verkauft haben, plötzlich wahr werden.

Beispiele? Bitteschön:

Unser genialer Physiklehrer, der Herr Jost hat uns am letzten Tag der Schule folgenden Satz mit auf den Weg gegeben: „Ihr werdet euch alle nochmal nach der Schule sehnen!“

Reaktion? Kann man sich bei einer Horde 16-jähriger natürlich vorstellen. Gut, ich durfte noch 2 Jahre länger, weil ich wahrscheinlich die wichtigen Dinge in den ersten 10 Jahren Schule nicht begriffen hatte, aber auch die anderen konnten diesem Ausspruch keinen Funken Wahrheit abgewinnen.

Und? Jetzt? Klar, war es in der Schule schön und wir wollen alle wieder dahin. Die Ausnahmen, die die Regel bestätigen, natürlich ausgenommen.

Dass der gute Herr Jost da Recht hatte,bemerkte man langsam, so nebenbei. Andere Sachen fallen einem wie Schuppen aus den Augen.

[SNAFU](http://de.wikipedia.org/wiki/Snafu „SNAFU bei wikipedia“) zum Beispiel. Das Unvermögen der Untertanen ihren Vorgesetzten die wahre Situation zuzumuten. Das geht einfach nicht. So lange Hierarchien vorhanden sind, gibt es keine echte Kommunikation. Binsenweisheit! Das habe ich in den letzten Tagen festgestellt und es war mir neu, dass es so schlimm ist.

Klar habe ich das Prinzip verstanden und auch kräftig genickt, als mir mal jemand das SNAFU-Prinzip erklärt hat. Aber so richtig, am eigenem Leib habe ich es noch nicht gespürt.

Jetzt hab ichs!

Komischerweise werden solche Erlebnisse mit dem Alter immer auffallender und häufiger.

Mal sehen, was in 20 Jahren ist.

ps: Vielleicht ist „verinnerlichen“ das richtige Wort für solche Sachen. Aber das ist — glaube ich — doch etwas abgegriffen.

Erzgebirgs-Odyssey

Ich war heute in Ehrenfriedersdorf. Jahaaaa! In Ehrenfriedersdorf! Was ich dort wollte? Tja, da gibt es einen Laden, in dem es Filofax-Timer gibt. Hhmhhhh!

Und nur dort. Ok. Auch noch in Dresden und Leipzig und sicher auch in München und Hamburg. Aber das ist mir zu weit weg. Also: Auf nach Ehrenfriedersdorf. Chemnitz, B95 immer Berg auf! CSNY im CD-Player und schönes Wetter. Ich hatte — und das ist gar nicht meine Art — gute Laune. Angekommen in Ehrenfriedersdorf habe ich den Laden auch gleich gefunden. Und das ist, bei der größe von Ehrenfriedersdorf, auch gar nicht mal so schwer.

Toller Laden. Eine recht respektable Auswahl von Filofax-Timern. Diese Dinger sind aber auch sowas von praktisch. Ich habe mich dann für den Domino entschieden. Dunkelgraues Kunstleder (jaja) mit einem hellgrauen Gummi zusammengehalten. Sieht schick aus. Ehrenfriedersdorf übrigens auch. Wenn nicht die dreckigen Restschneehaufen noch hier und da herumliegen würden …

Also: Gekauft. Noch einen Brunnen „Kompangnon“ dazu, für die vielen Sachen, die ich mir bei den vielen Besprechungen immer aufschreiben muss und wieder raus aus dem Laden in die frische Luft von Ehrenfriedersdorf.

Heimwärts dann kapital verfahren. Aber Dank den Herren Crosby, Stills, Nash und Young war das gar nicht so schlimm, die Fahrt von Ehrenfriedersdorf in Richtung Heimat.

So, jetzt hat Ehrenfriedersdorf auch einen Platz in meinem Blog.

ps: Beide Errungenschaften bekomme ich aber erst zu meinem Geburtstag. Naja, eine Fahrt nach Ehrenfriedersdorf ist ja auch fast so, wie Geburtstag …